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The Spirit of Tribaldance -
Drittes Tribaltreffen auf der Schönburg
02.-04.07.10 Schönburg in Oberwesel
von Selimah vom Stamm L'Chamsin (www.selimah.de)

Das nunmehr dritte Tribaltreffen - wie immer vorbildlich und liebevoll organisiert von Pirkko Batteiger vom Stamm ARAGIRA – startete am Freitag Nachmittag am 02.07.2010. Alle hatten die Arbeit, Familie und sonstige Verpflichtungen hinter sich gelassen, um in ein fröhliches Tanzwochenende aufzubrechen und wurden bei strahlendem Son- nenschein und heißen 30 Grad auf der Schönburg mit einem kleinen Sektempfang begrüßt.

Auf einer der ältesten Burgen am Mittelrhein (966 – 1237 erbaut) be- gegneten sich 23 tribalbegeisterte Tänzerinnen, 2 Dozentinnen, 2 Organisatorinnen und die Mittelaltermusiker der Spielleute Ranun- culus.

Am ersten Abend stand das Kennenlernen bzw. das fröhliche Wiederbegrüßen der Teilnehmer nach einem ersten, leckeren Abendbrot im Kolpinghaus auf der Tagesordnung. Nachdem jeder kurz sein Zimmer bezogen und die mitgebrachten Kostüme zum Entknittern in den Schrank gehängt hatte, begann die obligatorische Vorstellungrunde : Imohar aus Bonn-Meckenheim war mit 3 Mit- gliedern angereist, L´Chamsin aus Wiesbaden mit 5 und Jawahir aus Schlüchtern mit 4 Personen. Arzesh aus Göttingen und Aragira waren jeweils mit 2 Mitgliedern anwesend und aus Berlin kamen das Duo Tara Luna und Jane.
Am nächsten Morgen ist noch Taofra mit 2 Mitgliedern dazugestoßen. Nach der ersten Vorstellung im Sitzkreis begeisterte Herbergsvater Günter Kaspari wieder mit seiner mittelalterlichen Gruselgeschichte von der eingemauerten Elisabeth und mit der Führung durch den Wehr- und Fluchtturm. Ob der Hitze wurde anschließend sehr schnell zum Platz mit der besten Aussicht auf´s Rheintal gewechselt – zur Fahnenwiese, auf der jetzt sogar Jungfalken angesiedelt waren und die unterhalb der Burg auf einem grasbewachsenen Felsplateau geradezu zum feiern und tanzen einlädt.
Wein, Käse und Glühwürmchen versüßten den Sonnenuntergang und eine Tombola zum Ausklang des Abends (Hauptpreis: freie Teil- nahme am nächsten Spirit of Tribaldance – gewonnen von einer Tänzerin von L´Chamsin) wurde mit Spannung von Pirrkos Assitentin Heike als Glücksfee gezogen. Die gute Stimmung hielt bis zum Schlafengehen an, welches leider ja sein musste, da der erste Work- shop mit Gabriella von Nea´s Tribal schon um 9:00 Uhr am Samstag losgehen sollte.
Das hieß mindestens um 7:00 Uhr aufstehen und mit fantastischen Ausblick auf die Stadt Oberwesel und den Rhein um 8:00 Uhr ein Frühstück mit leckeren Brötchen genießen, dann schnell in die Trainingklamotten gesprungen und durch den morgenfrischen Burg- hof gelaufen in den Tanzsaal ab zum Aufwärmen, was bei dem Wetter kreislaufbedingt langsam ausfiel. Gabriella füllte die nächsten drei Stunden mit Tribalarbeit im Duo und Trio, im open circle und im großen Chorus.
Das recht gute Niveau vieler Teilnehmerinnen und Gabriellas un- verwechselbare, humorvolle und exakte Anleitung hat flüssige Tänze und ein tolle Tanzenergie hervorgebracht und es wurde nach Her- zenslust gezimbelt. In der Mittagspause konnte nach dem schmack- haften Mittagsmahl im Nebenraum zum Tanzsaal nach Herzenslust „geshoppt“ werden, Shaila hat eine große Auswahl an Schmuck, Quasten, Fransen-Tüchern, Hosen, Zipfelröckchen und vielem mehr präsentiert und an keine Zeiten gebunden, konnte das ganze Wochenende über immer mal wieder etwas anprobiert, begutachtet und gekauft werden.

Und schon ging es weiter mit Gabriellas Workshop, weiter zwei Stun- den wurde kräftig getribalt, ob Gawahzee Variation Nr. 2 im Duo oder Susnanda und Resham Ka oder aber missglückte Fadingversuche, alles wurde probiert, geübt und mehr oder weniger erfolgreich mit viel Spaß an der Sache umgesetzt von den Teilnehmerinnen, die auch alle gut Platz hatten im Tanzsaal mit Blick auf die bewaldeten Hänge.
Dann war natürlich auch auf einem Tribaltreffen Fußball angesagt, denn die deutsche Mannschaft spielte an diesem Samstag im Rah- men der WM gegen Argentinien und gewann zur Freude aller (es waren noch weitere Gruppen auf der Burg, mit denen gemeinsam das Spiel geschaut wurde) haushoch mit 4:0. Ein kurzes kräftiges Sommergewitter auf der Burg kühlte dann gerade richtig die Luft etwas ab.

Nach einem leichten Abendessen war es dann Zeit zum Kos- tümieren, alle anwesenden Gruppen legten Ihre Stammestracht an, schminkten Ihre Zeichen und es war ein Pracht anzusehen, wie sich alles langsam im Burghof versammelte um gemeinsam auf die Fahnenwiese zu gehen.
Die mittelalterlich gewandeten Spielleute von Ranunculus unter der Leitung von Ute Grassmann musizierten nun zur Einstimmung in den Abend zu von Ute angeleitete Kreistänzen von den Janitscharen bis zu Tänzen zu Beltane. Dazwischen war immer wieder freies Tribaln vor der Kulisse des Sonnenunterganges angesagt und wie schon in den Jahren zuvor ist dies immer ein einmaliger Abend mit be- sonderer Stimmung.
Am Abend angereist war auch Apsara Habiba, die Dozentin vom nächsten Workshoptag. Da sie außerdem Geburtstag hatte, be- schenkten sie alle Tribaltänzerinnen mit einem Ritual, welches feierlich abgehalten wurde. Der Vortrag der Ranunkeln wurde gekrönt von einem romantisch mehrstimmig gesungenen Liebeslied, wel- ches jeden in die Atmosphäre des Mittelalters zurückversetzte und sehnsuchtsvolle Seufzer bei manch einer hervorlockte. Danach wurde wieder kräftig getribalt, Egyptian Flamenco Turn in Groß- formation oder auch mal nur zwei Tänzerinnen (Apsara und Melantha) begeisterten, während andere dem Met zusprachen.
Es wurde ein langer Abend, man sah sogar einen Zipfel des Feuerwerks von Rhein in Flammen und bis weit nach Mitternacht gab es noch Tanz, Wein und ein weiteres Geburtstagskind aus der Gruppe Jawahir, Die weniger Feierfesten waren schon in den Schön- heitsschlaf gefallen.

Am Sonntag früh stand nach einem Frühstück mit leckeren Crois- sants der nächste Workshop auf dem Programm, Apsara un- terrichtete Tribaln mit Stöcken. Angelehnt an viele aus dem Saidi- stocktanz bekannte Firguren wurden diese mit Tribalfiguren kom- biniert und erhielten so ihre ganz eigene Dynamik.
Auch mit kleinen, ellenlangen indischen Stöckchen wurde getanzt – zeitweise eine sehr rhythmische Angelegenheit, tanzen, Stöcke schwingen und schlagen und dazu nur nicht die Haltung, die Rich- tung oder den Stock verlieren….leider ging auch dieser Workshop viel zu schnell vorbei, obwohl mancher Knochen wohl glücklich über das vielleicht von den Füßen herbeigesehnte Ende waren, denn alles in allem waren die insgesamt 8 Stunden Workshop und dazu noch einige Stunden freies Tanzen an zwei Tagen doch bei der großen Hitze schweißtreibend und etwas ermüdend.
Ein letztes Sonntagsmittagessen und schon wurden die im Burghof gestapelten Koffer und Taschen von Günter schon wieder auf den kleinen Schleppanhänger verladen und Richtung Parkplatz chauffiert. Pirkko arrangierte ein letztes Beisammensein und alle sprachen mit lauten Zaghareet ihren Beifall und ein Dankeschön aus. Auf Wieder- sehen Schönburg, wir freuen uns auf 2012!